Dritter FZAI-Workshop

Mario Hoss, Paul Schmelzer präsentieren BASE MoVE

Der dritte Workshop stand ganz im Zeichen der Forschungsleistung des Forschungszentrums. Es wurden Forschungsprojekte anhand aktueller Prototypen präsentiert, die zur Zeit am Forschungszentrum laufen. Zuerst wurde BASE MoVE vorgestellt. In dem Forschungsprojekt wird eine unabhängige Plattform für das vernetzte Smart-Home von und morgen aufgebaut. Dabei wird darauf geachtet, eine möglichst einfach Installation der Komponenten zu gewährleisten und gleichzeitig viele verschiedene Protokolle innerhalb des Netzwerks nutzbar zu machen. Das Anwendungsszenario ist besonders auf Ambient Assisted Living ausgerichtet. Hierzu wurde auch ein aktueller Prototyp vorgeführt, der über verschiedene Displays und Leuchten dem Benutzer ein direktes Feedback über den Zustand der einzelnen Services im Haus gibt.

Konstruktive Arbeitsathmosphäre

Im Forschungsprojekt DBT-Benchmarking geht es um die frühzeitige Erkennung von Therapieabbrüchen innerhalb einer Dialektisch-Behaviouralen-Therapie (DBT). Hierzu wurde eine Fragebogen-App in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim entwickelt. Mit dieser App ist es möglich, den seelischen Zustand der Patienten zu erfragen und graphisch über eine Webseite dazustellen. Unter Zuhilfenahme verschiedenster Algorithmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz können nun Abbrecher vorhergesagt werden. Auf den bevorstehenden Abbruch können die Therapeuten dann vor Ort reagieren. Das Forschungsprojekt digiBau behandelt die Bauüberwachung inklusive der nötigen Dokumentation des Baufortschritts. Zur Überwachung werden am Bauhelm angebrachte Kameras verwendet. Beim aktuellen Prototyp sind die Kameras noch am Bauhelm angebracht – in einer finalen Version sollen die Kameras später direkt in den Bauhelm integriert sein. Über einen eigens entwickelten Stitching-Algorithmus werden die Bilder zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Ein angelerntes neuronales Netz erkennt Gesichter und entfernt die Gesichter für eine baurechtlich einwandfreie Dokumentation der Baustelle. Es werden zusätzlich einzelne Bauabschnitte über Bluetooth-Beacons verortet. Das neuronale Netz kann außerdem Objekte, z.B. Steckdosen, im Raum erkennen und markieren, um den Baufortschritt zu dokumentieren.

Prof. Dr. Michael Massoth präsentiert Mobiles Servicekonto Hessen

Die Forschungsprojekte Mobiles Serviceskonto Hessen & Mobile KFZ-Abmeldung beschäftigen sich mit sicherer 2-Faktor-Authentifizierung im Public Sector. Mit den erstellten Apps nimmt die Hochschule eine Vorreiterrolle im Bereich der aktiven Anwendung des neuen Personalausweises ein. Der aktuelle Prototyp ermöglicht die schnelle und unkomplizierte KFZ-Abmeldung in Hessen und erübrigt somit den Gang zum Amt. Das nächste Ziel ist bereits mit Ausschanklizenzen ins Auge gefasst.

Bac. Eng. Mario Rahal präsentiert digiBau

Im Forschungsprojekt ProDok4.0 geht es um die prozessbezogene Dokumentation innerhalb von Industrie 4.0. Hierzu werden die Industriemaschinen überwacht, Fehlermeldungen analysiert, mit verschiedenen Techniken höherwertige Events generiert und dann mit zielgerichteter Dokumentation mittels Ontologie angereichert. Das Forschungsprojekt iKnowControl beschäftigt sich mit der Steuerung prozessabhängiger Energieverbräuche in der Produktion. Damit das Ziel erreicht werden kann, muss der aktuelle Stand der Produktion ermittelt werden. Hierzu konnten mittels Energieprofilerkennung im Energieverbrauch der Produktionsanlagen ohne zusätzliche Sensoren Produkte detektiert werden. Mit diesen Informationen ist es möglich ernergieaufwändige produktspezifische Produktionsschritte zu ermitteln, die Lastspitzen abzusenken und so eine Kostenersparnis realisiert werden.

M.Sc. Simon Niklas präsentiert MAROON

Das Forschungsprojekt SAGE-CARE wird in der Krebstherapie eingesetzt. Es bietet den Ärzten eine Plattform, um eine fachgerechte Behandlungsdiskussion durchzuführen. Hierzu wurde die Möglichkeit geschaffen die Patientendaten zu digitalisieren. Gleichzeitig werden mögliche Wechselwirkungen in der Medikation automatisiert abgeglichen und die Ärzte können gleich in der Diskussion eine mögliche Medikationen auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten prüfen. Mittels Entity-Recognition werden aktuelle Studien in der Krebstherapie automatisch auf Basis der Patientenakte herangezogen um die Diskussionen gleich auf dem aktuellen Stand der Forschung führen zu können.

Prof. Dr. Melanie Siegel präsentiert Forschungsgruppe DAST

MAROON ist ein Forschungsprojekt, welches eine Assistenz-Robotik für das Handwerk entwickelt. Handwerker schaffen es nach aktuellen Statistiken kaum bis zum Renteneintrittsalter zu arbeiten und körperlich fit zu bleiben. Als Beispiel wird das Fliesenlegerhandwerk angeführt. Hier soll eine Robotik-Plattform entstehen, die die Handwerker körperlich entlastet und Arbeitsschritte erleichtert. So sollen körperliche Beschwerden mit zunehmenden Alter verhindert werden. Die Darmstädter Sprachtechnologie (DAST) ist eine eigenständige Forschungsgruppe, welche auch im Forschungszentrum Angewandte Informatik aktiv ist. Die Forschungsgruppe beschäftigt sich aktuell mit Morthologie der deutschen Sprache, Named-Entity Recognition, Terminologie-Extraktion, Sentiment-Analyse, Opinion-Spam-Analyse und entwickelt mit Open German WordNet (odenet) eine offene deutsche WordNet-Alternative. Zum Abschluss des Workshops wurde das Forschungsprojekt SoftwareFinder präsentiert. Hier wird eine semantische Suchmaschine für Software entwickelt, um einfach, schnell und gezielt Software finden zu können. Dabei nutzt sie gelistete Applikationen unter anderem von SourceForge oder Github. Es war ein sehr toller Workshop, in einer arbeitsfreundlichen Atmosphäre konnten wieder angeregte Diskussionen geführt und neue Kontakte geknüpft werden.

Dritter FZAI-Workshop