Am 23. und 24. Februar 2026 führte das Forschungszentrum Angewandte Informatik (fz ai) eine zweitägige Jahrestagung im Kloster Eberbach durch. Ziel der Veranstaltung war es, die wissenschaftliche Profilbildung zu schärfen, strategische Entwicklungslinien zu definieren sowie Kooperationspotenziale innerhalb des Zentrums systematisch auszubauen.
Strukturierter Auftakt und strategische Fokussierung
Nach der Ankunft am Montagvormittag begann das Programm mit einer Kaffeepause und einer kompakten Vorstellungsrunde in Form von Drei-Minuten-Pitches. Die Kurzbeiträge ermöglichten einen präzisen Überblick über laufende Projekte, methodische Ansätze und geplante Vorhaben. Bereits in dieser Phase wurden thematische Schnittmengen identifiziert, die im weiteren Verlauf vertieft wurden.
Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen wurde das BarCamp-Format vorbereitet. Die offene, partizipative Struktur erlaubte eine flexible Schwerpunktsetzung und förderte zugleich die aktive Einbindung aller Beteiligten. In drei aufeinanderfolgenden Session-Blöcken arbeiteten die Teilnehmenden in parallelen Formaten an strategischen und fachlichen Fragestellungen.
Zentrale Themenfelder mit hoher Transformationsrelevanz
Die inhaltlichen Schwerpunkte spiegelten aktuelle Transformationsprozesse in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft wider:
Disruption durch generative KI in der Wissenschaft
Im Mittelpunkt stand die Analyse der Auswirkungen generativer KI-Systeme auf Forschungsprozesse. Diskutiert wurden Effizienzgewinne in Literaturauswertung, Datenanalyse und Publikationsvorbereitung ebenso wie Fragen der Qualitätssicherung, Nachvollziehbarkeit und wissenschaftlichen Integrität.Ambient Intelligence in extremen Umgebungen
Die Session widmete sich resilienten, kontextsensitiven Systemen für anspruchsvolle Einsatzszenarien. Thematisiert wurden adaptive Sensornetzwerke, autonome Entscheidungsarchitekturen sowie potenzielle industrielle Anwendungsfelder.Strategische Ausrichtung des fz ai
In dieser Diskussion standen die langfristige Positionierung des Zentrums, die Bündelung von Kompetenzen sowie die Drittmittelstrategie im Vordergrund. Besonderes Augenmerk lag auf der Entwicklung klar definierter Forschungsschwerpunkte mit hoher Sichtbarkeit.Network-Modelle zur Psychotherapie-Überwachung / AI in Psychotherapy
Die Teilnehmenden erörterten netzwerkbasierte Analysemodelle zur Unterstützung therapeutischer Prozesse sowie KI-gestützte Verfahren zur Verlaufs- und Wirkungsanalyse. Neben methodischen Fragestellungen wurden regulatorische und ethische Rahmenbedingungen reflektiert.AI in Environmental Resource Management
Im Fokus standen datengetriebene Ansätze zur nachhaltigen Steuerung von Ressourcen. Diskutiert wurden skalierbare Modelle zur Optimierung von Energie-, Wasser- und Umweltmanagementsystemen.Produktentwicklung versus Forschung
Diese Session analysierte das Spannungsfeld zwischen anwendungsnaher Produktentwicklung und erkenntnisorientierter Forschung. Ziel war es, Synergien systematisch zu identifizieren und Innovationszyklen effizienter zu gestalten.
Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen wurden im abschließenden Plenum strukturiert zusammengeführt. Dabei zeigte sich ein hohes Maß an inhaltlich relevanten Themen sowie ein ausgeprägtes Interesse an disziplinübergreifenden Kooperationen.
Informeller Austausch als Innovationsmotor
Das gemeinsame Abendessen in Eltville am Rhein sowie das anschließende Beisammensein im Kloster boten Raum für vertiefende Gespräche jenseits der formalen Agenda. Der informelle Austausch erwies sich dabei als wesentlicher Faktor für die Vertrauensbildung und die Entwicklung gemeinsamer Projektideen.
Am zweiten Tag wurden beim gemeinsamen Frühstück zentrale Erkenntnisse konsolidiert. Auf der Jahrestagung wurde die Vorbereitung gemeinsamer Förderanträge sowie die stärkere strategische Verzahnung einzelner Forschungsfelder als prioritäre Maßnahmen identifiziert.
Ergebnis: Gestärkte Kooperation und klare Perspektiven
Die Tagung verdeutlichte das Potenzial einer strukturierten interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb des Forschungszentrums. Neben einer geschärften strategischen Ausrichtung wurden Ansätze für kooperative Forschungsinitiativen entwickelt.
Insgesamt bestätigte die Jahrestagung die Rolle des fz ai als leistungsfähige Plattform für angewandte Informatik mit hoher Transferrelevanz. Die Kombination aus technologischer Exzellenz, strategischer Reflexion und institutioneller Vernetzung bildet eine tragfähige Grundlage für zukünftige Drittmittelprojekte und nachhaltige Innovationsprozesse.
